Schön, dass du da bist

Musical “Schön, dass du da bist”

Zeitungsbericht in der Südwestpresse vom 17.05.2004

Ein Musical mit Lern-Effekt
Aufopferungsvoller Auftritt der Bergfelder Schüler am Samstag in der Dickeberghalle 

Vesperpause für die Grundschüler - am Samstag aber in der Dickeberghalle. So begann das Kinder-Musical „Schön, dass du da bist". Blöd, wenn da einer sein Vesper vergessen hat. Ein Mitschüler gab sein Leberwurstbrot ab, das er ohnehin nicht mochte. Hat er ein Opfer gebracht? Eine Schildkröte namens Samson hat dem Mädchen Julia aufgezeigt, was es heißt, für jemanden ein Opfer zu bringen. Das erklären zu können, hatte Julias Klasse als Hausaufgabe bekommen. Zuerst wollte nämlich niemand Thommy etwas vom Pausenvesper abgeben - nicht einmal jenes Leberwurstbrot.

 Für Julia geriet die Hausaufgabe zum Projekt-Nachmittag, an dem auch die 300 Zuschauer etwas lernen konnten. Von der Schildkröte Samson ermuntert, versuchte die Schülerin, sich aufzuopfern. So richtig wollte das aber nicht klappen: Erst opferte sie etwas Taschengeld für zwei Drehorgelspieler an der Straße, dann opferte sie Zeit für die lange nicht mehr besuchte Oma und eine kranke Schulfreundin. Das alles tat sie relativ gerne. Es machte Spaß.
Dann aber sollte sie zu Thommy. Ihn mochte niemand in der Klasse. Seine Eltern besaßen einen gefährlichen Hund. Seine ganze Familie wurde von Schandmäulern im Dorf zerrissen und in der Folge ausgegrenzt. „Die Leute sagen..." und „Man hört so viel..." sangen die Schüler in diesem Teil des Musicals - einem Stück mit fetzigem E-Gitarren-Sound. „Geh nicht zu ihm, das ist gefährlich", wiederholte der Chor immer wieder.

Julia überwand sich - und brachte ein Opfer. Dachte sie. Aber ausgerechnet bei diesem Thommy verbrachte sie die interessanteste Zeit dieses Nachmittags. Sicher, es sei schmutzig gewesen, erzählte sie hinterher Samson - aber Thommy sei ein „prima Kumpel". Drei Tierbilder bekam sie von ihm geschenkt, die er selbst im Zoo aufgenommen hatte. Zum Entwickeln der Fotos durfte Julia sogar mit in die Dunkelkammer. Sie war begeistert und nahm sich vor, das Erlebnis ihrer ganzen Schulklasse zu erzählen. Unter den Bergfelder Grundschülern hatten sich für das Musical einige Gesangssolisten gefunden. Und sie sangen nicht nur lieblich klingende Kinderlieder, sondern auch Songs mit rockig-poppigen Einflüssen. Als beispielsweise Julias Großmutter von ihrer Schulzeit vor 70 Jahren erzählte, klang das eher nach 70er-Jahren. Bunt kostümierte, tanzende Kinder verstärkten den Flower-Power-Effekt. Und zwischendurch trat immer wieder eine Querflötenspielerin auf, deren Melodien die Schildkröte Samson begleiteten.

Am Ende forderten die Eltern, Geschwister und Großeltern im Publikum natürlich eine Zugabe - und bekamen sie. Die Grundschüler opferten sich für sie auf! Oder vielleicht doch nicht? Eher nicht, denn es schien ihnen ja Spaß zu machen.
 


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